Kompass |
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KompassInhaltsverzeichnis:
- Geschichtliches zum Kompass
- Aufbau eines Kompasses
- Handhabung des Kompasses
- verschiedene Kompassmodelle
- Kompass Wörterbuch
- Kompass selber basteln
- Orientieren ohne Kompass
- Kompasswartung & Flüssigkeit
- unsere Kompasse
Kompass: ein Messinstrument zur Feststellung von Himmelsrichtungen, welches auf dem Prinzip des Erdmagnetfelds basiert.
Herkunft: von lateinisch: compassare - abmessen über italienisch: compasso (Plural compassi) - Zirkel, Magnetnadel
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Der Kompass (Plural Kompasse) öffnet der Welt die Tür zu Forschungen und Entdeckungen. Vor Tausenden von Jahren in China entwickelt, wurde er hauptsächlich von Priestern des Feng-Shui benutzt, die zur Beratung beauftragt wurden, wie und wo gebaut werden soll. Auch heutzutage noch ist der Kompass ein einfaches Hilfsmittel, eine magnetisierte Nadel, die sich auf einem vertikalen Stift dreht und auf den magnetischen Nordpol der Erde weist. Seeleute des 16. Jh., die daran gewöhnt waren Küstenlinien zu folgen, konnten plötzlich Ozeane überqueren. Sie legten Kompasskurse fest, während sie ihr jahrhundertaltes Wissen der Sternnavigation, der Ozeanströme und der vorherschenden Winde anwandten, um ihre Position zu ermitteln. In Europa wurde der nasse Kompass erstmals vom englischen Gelehrten Alexander Neckam etwa 1187 als eine magnetisierte schwimmende Nadel erwähnt, die unter Seeleuten in Gebrauch war.
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Kompassrose Beim magnetischen Schiffskompass ist die Skala (Kompassrose, Windrose) mit der Gradeinteilung am Zeiger angebracht, der entweder kardanisch aufgehängt ist oder in einer Flüssigkeit schwimmt (Kugelkompass), so dass sie trotz der durch den Seegang verursachten Schiffsbewegungen immer waagerecht liegt. Die Kompassrose dreht sich dabei als Ganzes, die Richtung wird an einer fest mit dem Gehäuse verbundenen Markierung abgelesen. Im Gegensatz dazu ist bei Kompassen, die an Land verwendet werden, die Kompassrose am Gehäuse angebracht und nur die Kompassnadel dreht sich. In Bezug auf das Erdmagnetfeld dreht sich in beiden Fällen das Kompassgehäuse und der Zeiger (Kompassnadel/-rose) bleibt an den magnetischen Feldlinien ausgerichtet.
Grundsätzlich werden Kompassrosen in gleichgroße Kreissegmente zerteilt. Bei den drei am meisten verwendeten Einheitssystemen sind das bei Grad 360 Teilbereiche, bei Gon 400 Teilbereiche und bei Mil 6400 Teilbereiche, wobei nur die hunderter eingezeichnet werden (Marschzahl).
Kompassnadel, Kompasszeiger Der Zeiger richtet sich, wenn er nach allen Richtungen frei beweglich ist, tangential zu den Feldlinien des Magnetfelds der Erde aus. Da die Feldlinien in weiten Bereichen auf der Erde und insbesondere in Mitteleuropa etwa in geographischer Nord-Süd-Richtung verlaufen, kann man aus der Richtung der Magnetit-Nadel auf die Nordrichtung schließen.
Deklination Die magnetischen Feldlinien werden von den örtlichen geologischen Gegebenheiten (z. B. eisenhaltiges Gestein) beeinflusst, d. h. in ihrer Richtung abgelenkt. Diese beiden Faktoren bewirken, dass die Abweichung der Kompassnadel von der geografischen Nordrichtung an jedem Ort der Erde unterschiedlich ist. Diese Abweichung nennt man Ortsmissweisung oder Deklination.
Deviation Als Deviation bezeichnet man Abweichungen, die durch magnetische Felder in der Nähe des Kompasses hervorgerufen werden können.
Inklination der Winkel zwischen den Tangenten an die magnetischen Kraftlinien und der Tangentialebene an die Erdoberfläche (Horizontale) bezeichnet.
Kompensieren zur Kompensation größerer Abweichungen werden entweder Magnetnadeln an dafür vorgesehenen Stellen in das Kompassgehäuse eingesetzt (z. B. Ludolph-Kompass) oder beweglich gelagerte Magnete im Kompassgehäuse über Stellschrauben entsprechend justiert (z. B. Airpath-Kompass).
Peilstrich
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| Hinweis: Metallische
Gegenstände oder in der Nähe befindliche Starkstromleitungen können die
Kompassnadel fehlleiten. Starke Magnetfelder bewirken unter Umständen
sogar die Umkehrung der Polarität. Kontrollieren Sie deshalb regelmässig
die gute Funktion Ihres Kompasses.
Kleine
Blasen in der Flüssigkeit sind ohne Bedeutung. Sie entstehen und
verschwinden durch Veränderung von Luftdruck und Temperatur. |
| Marschkompass |
| Allgemeines: Das
Kompassgehäuse ist in den meisten Fällen zur Dämpfung der Skala mit
Öl gefüllt. Dadurch ist ein leichteres und genaueres Ablesen
gewährleistet. Sollte sich eine Luftblase in dem Dämpföl bilden, wird
die Funktionssicherheit dadurch nicht beeinträchtigt. Die Luftblasen
entstehen durch Temperaturunterschiede und Luftdruckänderungen und
verschwinden wieder, wenn sich Temperatur und Luftdruck wieder
normalisiert haben. Der Kompass muß waagerecht gehalten werden, damit die
Nadel frei rotieren kann. |
| Handhabung |
| Feststellen des eigenen Standortes: |
| 1. |
Karte einnorden: Kompass so auf die
Karte legen, daß der Visierdraht parallel zum Kartenrand verläuft. Jetzt
die Karte solange drehen, bis Kimme, Nordpfeil ( 64 oder 360° ) und
Visierdraht eine Linie bilden. |
| 2. |
Im Gelände nach 2 markanten Punkten
suchen, die auch auf der Karte eingezeichnet sind ( Kirchtürme etc. )
Ohne die Karte zu verschieben, dreht man den Kompass solange, bis Kimme,
Visierdraht, der betraffende Punkt auf der Karte und das Ziel eine Linie
bilden. Man liest den Winkel ab und überträgt ihn auf die Karte. In
gleicher Weise verfährt man mit dem anderen Punkt. Am Schnittpunkt der
beiden Linien ist der eigene Standort. |
| Feststellen der
Marschrichtungszahl: |
| 1. |
über Kimme und Visierdraht das Ziel
anvisieren, jetzt die Scheibe solange drehen, bis der lange grüne Strich
gleich mit der festgestellten Linie verläuft. Unter dem grünen Strich
kann man die Marschrichtungszahl ablesen. So ist jede Abweichung leicht
festzustellen. |
| unterwegs nach gegebener
Marschrichtungszahl: |
| 1. |
Kimme, den langen grünen Strich auf dem
Glas und Visierdraht in eine Linie bringen, dann mit dem Kompass
solange drehen, bis die Marschrichtungszahl unter dem grünen Strich
erscheint. |
| unterwegs nach Karte und
Kompass |
| 1. |
will man eine Marschrichtungszahl aus der
eingenordeten Karte ermitteln, legt man den Kompass so auf die Karte, dass
Ziel und eigener Standpunkt mit der Längsachse des Kompasses eine Linie
bilden. Unter dem grünen Strich ist die Marschrichtungszahl abzulesen. |
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Fluidkompasse

Yachtkompass
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heute vorwiegend auf klassischen Segelyachten anzutreffen.
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Kugelkompass
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irrtümlich abgeleiteter Name wegen der Kugelform. Weitere Modelle die eine Kugelform aufweisen:
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Handpeilkompass
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heute üblich in sehr kompakter Bauform zum Peilen verschiedenster Objekte.
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Trockenkompasse

Marschkompass
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Marschkompass Marschkompass für Pfadfinder, Wanderer
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Ingenieurkompass
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Ingenieurkompass heute durch modernste Satellitengestützte Instrumente ersetzter Kompass, zur Zeit der . . . das tägliche Handwwerkzeug der Ingenieure im Brückenbau und Bau allgemein.
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Fluxgatekompasse

Fluxgatekompasse
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Fluxgatekompasse elektronische Kompasse verschiedenster Bautypen
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neue Unterteilung in: Armbandkompasse, Luftfahrtkompasse, Marinekompasse, Taschenkompasse, Geologen- und Artilleriekompasse
versch. Instrumente mit Kompasse

Sonnenuhr
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Sonnenuhr zur Bestimmung der Uhrzeit mit Sonne und Himmelsrichtung...
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Globus mit Kompass
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Globus mit Kompass
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Kompass Übersetzungen
| deutsch: |
Kompass |
| englisch: |
compass |
| französich: |
boussole |
| polnisch: |
Kompas magnetyczny |
| russisch: |
Ко́мпас |
| schwedisch: |
Kompass |
| dänisch: |
Kompas |
| finnisch: |
kompassi |
| portugiesisch: |
bússola |
| spanisch: |
brújula |
| italienisch: |
bussola |
| lateinisch: |
acus nautica |
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Kompass Deklination
| Kasus |
Singular |
Plural |
| Nominativ |
der Kompass |
die Kompasse |
| Genitiv |
des Kompasses |
der Kompasse |
| Dativ |
dem Kompass |
den Kompassen |
| Akkusativ |
den Kompass |
die Kompasse |
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Plural: Kompasse
irrtümliche Schreibweisen: Kompen, Kompas, Kompaße, Kompanten, Kompand, Kompanden, Kompassen
alte Rechtschreibung: Kompaß
abgeleitete Begriffe Kompassnavigation, Kompass-Navigation, Geologenkompass, Sonnenkompass, Taschenkompass,
aufgestöbert:
Kombüchsen oder altnordisch: Leitsteine
aus: Adelung, Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart, Leipzig 1801:
Der Sêtz-Compaß, des -es, plur. die -e, eben daselbst, eine Art des Gruben-Compasses, welcher in der Hand getragen oder auf eine horizontale Fläche gesetzet, und auch der Hand Compaß genannt wird, zum Unterschiede von dem Hange Compaß, welcher allezeit angehänget wird.
Der Hange-Compáß, des -sses, plur. die -sse, im Markscheiden, eine Art Compasse, welche alle Mahl angehänget wird; zum Unterschiede von dem Setz- oder Hand-Compasse.
Der Hánd-Compáß, des -sses, plur. die -sse, im Bergbaue, ein Nahme des Setz-Compasses, zum Unterschiede von dem Hange-Compaß; S. Gruben-Compaß.
Der See-Compaß, des -es, plur. die -e, ein Compaß, dessen man sich zur See bedienet, den Lauf des Schiffes darnach zu bestimmen; der Schiffs-Compaß.
Der Gruben-Compáß, des -sses, plur. die -sse, eben daselbst, ein Compaß, dessen sich die Markscheider in den Gruben zum Abziehen bedienen, und welcher auch der Setz- oder Hand-Compaß genannt wird.
Das Compáß-Häuschen, des -s, plur. ut nom. sing. auf den Schiffen, der kleine Schrank vor der Kajüte, gegen den Besausmast, in welchem sich der Compaß befindet.
Der Compáß, des -sses, plur. die -sse, eine Magnetnadel mit ihrer Einfassung. Aus dem Ital. Compasso. Ein See-Compaß, wie er auf den Schiffen gebraucht wird. Frisch leitet dieses Wort von dem Lat. Compassus her, weil der Compaß zuerst die sichere Fahrt zur See gelehret habe. Aus dem Carpentier erhellet, daß Compasso im Ital. ehedem auch von einer Seekarte gebraucht worden. Wenn im mittlern Lateine Compassus, im Franz. Compas, im Span. Compas, im Engl. Compass, und im Ital. Compasso, einen Zirkel bedeuten, so wird mit dieser Benennung wohl zunächst auf die Gleichheit der Füße gesehen.
Der Bêrg-Compáß, S. Gruben-Compaß.
Die Compáß-Rose, plur. die -n, eine runde Zeichnung, auf welcher die 32 Compaß oder Windstriche vorgestellet sind, welche aus einem gemeinschaftlichen Puncte heraus gehen, wodurch sie denn einige Ähnlichkeit mit einer Rose verursachen; die Windrose.
aus: Brockhaus Conversations-Lexikon Bd. 1., Amsterdam 1809
Der Compaß, hat größten Theils die Gestalt einer Büchse oder eines Kästchens. In der Mitte desselben befindet sich ein stählerner Stift, auf welchem eine stählerne, magnetisch gemachte Nadel schwebt. Dieser Stift ist immer auch von der so genannten Windrose [283] (d. i. ein Stern von 32 Strahlen, welche die verschiedenen Winde vorstellen) umgeben. Da sich die magnetische Nadel allemal mit der einen Spitze nach Norden wendet, so kann der Seefahrer vermöge des Compasses die verschiedenen Himmelsgegenden, selbst in der Nacht und bei trüben Tagen, erkennen, und darnach seine Fahrt einrichten. Die Erfindung des Compasses, der sehr viel zur Vervollkommnung der Schifffarth beigetragen hat, ist ungewiß.
aus: Herders Conversations-Lexikon. Freiburg im Breisgau 1854:
Compaß (aus dem ital. compasso, Cirkel) oder Bussole (von Büchse), eine in einer Schachtel eingeschlossene, freischwebende Magnetnadel, welche als Magnet sich mit geringer Abweichung immer gegen den Nordpol wendet und so den Seefahrern ein Mittel gibt, ihre Richtung jederzeit genau zu bestimmen; dient aber auch, die horizontalen Winkel (Azimuthe), um welche 2 Gegenstände von einander abstehen, zu messen, und wird dadurch für den Geometer, den Bergmann und dem Reisenden ein sehr nützliches Instrument. Der Schiffscompaß besteht aus der Magnetnadel, die an ihrem Schwerpunkte auf einem kupfernen Stifte ruht, welcher oben mit einem kleinen Knopf von Achat versehen ist. An diesem Stifte ist ein kleiner Kreis von Papier, das auf Marienglas geklebt ist, befestigt. Auf diesem Kreise (Windrose) sind nun die bekannten 32 Himmelsgegenden (Striche der Windrose) verzeichnet und der Kreisumfang ist genau in 360 Grade abgetheilt. Jene Schachtel hängt wieder in einer andern, welche sich in einem sie umgebenden Ringe frei bewegt, so daß sie bei allen Schwankungen des Schiffes immer wieder ihr Gleichgewicht einnehmen kann. Der Steuermann lenkt das Schiff beständig nach dem C. und hat dabei darauf zu sehen, daß ein in dem Gehäuse des Compasses angebrachter schwarzer Strich mit dem vorgeschriebenen Striche der Windrose zusammenfällt. Der Azimuthalcompaß der Schiffe ist mit Dioptern zur Messung des Azimuths der Sonne versehen (vergl. Azimuth). Der C. der Feldmesser und der Grubencompaß sind gleichfalls mit Dioptern versehen, um die Punkte einzustellen, deren Winkeldistanz gemessen werden soll. – Die Erfindung des C. wird gewöhnlich dem Flavio Gioja aus Amalfi im Anfange des 14. Jahrhdts. zugeschrieben, allein das Instrument wurde bereits im 12. Jahrh. von Arabern, Spaniern und Italienern angewandt, von letzteren zuerst zum allgemeinen Gebrauche, scheint es von Gioja mit verbesserten Vorrichtungen versehen werden zu sein. Die Abweichung der Magnetnadel von der Richtung gegen den Nordpol hat der große Columbus zuerst beobachtet.
Lueger, Otto: Lexikon der gesamten Technik und ihrer Hilfswissenschaften, Bd. 8 Stuttgart, Leipzig 1910.
Strich, die Gradeinteilung der Kompaßrose; 1 Strich = dem achten Teil von 90°. Vgl. Kompaß.
aus: Pierer's Universal-Lexikon, Band 4. Altenburg 1858:
Compaß (v. ital. Compasso u. fr. Compas, Zirkel, 1) Instrument, um, mittelst einer beweglichen Magnetnadel, vermöge der Eigenschaft derselben sich gegen Norden zu wenden, zunächst die Richtung nach Norden u. darnach auch die übrigen Weltgegenden zu bestimmen. A) Beim See-C. ruht die Nadel in der Mitte, wo eine Öffnung angebracht u. ein Hütchen aufgesetzt ist, auf einer senkrechten Spitze, ist aber mit einer runden Scheibe von leichter Pappe in feste Verbindung gebracht, auf welcher ein Stern mit 32 gleich weit entfernten Spitzen (Windrose) gezeichnet ist; die nach dem Stift, um den sich die Nadel dreht, gezogene Linien heißen Compaßstriche (Windstriche). Zuweilen theilt man den Raum zwischen je 2 Strichen wieder in 4 Theile u. setzt dies bei Annahme der Himmelsgegenden hinzu, so S. S. W 1/4 W., d. i. Süd-Süd-West 1/4 Strich W Auf die Spitze dieses Streifs werden die Himmels, Haupt- u. Nebengegenden bemerkt u. die Nadel darauf aber so befestigt, daß deren Nordpol dem Punkt Norden auf der Windrose entspricht; der Rand dieser erhält die gewöhnliche Kreisabtheilung von 360°. Um die Schwankungen derselben beim Aufsetzen der Nadel zu beschränken, werden auf der untern Fläche kleine Flügel von Pappe angebracht, die bei der Bewegung von der Luft Widerstand erhalten. Die so vorgerichtete Nadel ist in einem kupfernen Cylinder eingeschlossen, der oben mit Glas bedeckt ist u. der Nadel auf der Spindel freien Spielraum läßt. Um den Störungen des C-es durch das Schwanken des Schiffes so viel wie möglich zu begegnen, ruht das cylindrische Gehäuse mittelst zwei entgegengesetzter Zapfen auf einem Ringe u. dieser wieder mittelst 2 Zapfen, die in ihrer Richtung um 90° von den Zapfen des Cylinders abweichen, auf einem mit seinen Spitzen aufwärts gehenden Halbkreise, der in seiner Mitte wieder auf einem Fußgestelle aufruht, um welchen die ganze Vorrichtung sich leicht drehen läßt. Meist ist auch der Cylinder, auf solche Weise schwebend, in einem viereckigen hölzernen Kasten eingeschlossen. Um die Richtung des Schiffes vermittelst des C-es zu erkennen, wird der den C. einschließende viereckige Kasten in einem besonderen, in dem Hintertheil des Schiffes befindlichem Behältnisse (Compaßhäuschen) so gesetzt, daß der Mittelpunkt genau über dem Kiel steht, 2 Seiten des Kastens dem Kiel parallel laufen, die andern beiden aber dann einen rechten Winkel bilden. An der inneren Fläche des Gehäuses sind, einander gegenüber, 2 Punkte od. Striche angebracht, welche ebenfalls genau über dem Kiele liegen. In dieser Lage heißt dann der C. Strich-C. Der Grad der Windrose, auf welchen die gedachten Striche einspielen, gibt dann den Winkel an, unter welchem die Richtung des Kiels von dem magnetischen Meridian abweicht, u. die dahin treffende Spitze des Sterns bezeichnet die Himmelsgegend, nach welcher der Kiel gekehrt ist. Nach dieser hin werden nun, wenn es sich gerade trifft, daß man nach derselben zu gelangen wünscht, die Segel senkrecht gestellt; in den meisten Fällen aber, indem der günstige Wind nur seitwärts weht, muß das Segel schief gestellt werden; es wird aber das Schiff von dieser Richtung des Kiels dann seitwärts abgetrieben, u. diese Abweichung durch den Variations-C. bestimmt, wofür der gedachte Azimuthal-C. ebenfalls benutzbar ist. Das Schiff läßt in seinem Lauf eine Furche im Wasser zurück, nach welcher man nur durch die Dioptern des C-s visiren darf, um die Himmelsgegend, nach welcher das Schiff getrieben wird, zu bestimmen. Der Strich-C. zeigt also stets die Richtung des Kiels, der Variations-C. den wirklichen Lauf des Schiffes an, u. diese beiden Data reichen hin, um in jedem Falle der Bestimmung[315] des wirklichen Laufs des Schiffes zur Hauptgrundlage zu dienen. Um nun das Schiff genau Strich halten zu lassen, steht der C. mit dem bei Licht erleuchteten C-häuschen stets vor dem Matrosen, der beim Steuerruder ist, der unablässig darauf sieht, daß der C. den vorgeschriebenen Grad beibehält, u. das Rad, welches das Steuerruder dreht, sogleich rechts od. links in Bewegung setzt, um die abweichende Richtung des Schiffes sogleich zu verbessern. Um den See-C. zu Beobachtungen des Azimuths der Sonne zu benutzen (als Azimuths-C.), werden von 2 entgegengesetzten Stellen des oberen Randes der Büchse Dioptern angebracht, von deren Mitte auf der inneren Fläche der Büchse Perpendicularlinien herab gezogen sind. Um das Azimuth auch in einiger Höhe nehmen zu können, wird die eine Diopter viel höher als die andere angebracht; man spannt dann von der hohen zur niedrigen einen Faden aus, welcherdie Hypotenuse eines über dem Durchmesser der Windrose vertical stehenden rechtwinklichen Dreiecks bildet. Die Büchse wird dann gedreht, bis der Schatten dieses Fadens auf die Mitte der hohen Diopter fällt; es zeigt dann der Grad der Windrose, auf welchen die von der Diopter herabgehende Perpendicularlinie trifft, den Abstand des Verticalkreises der Sonne von dem magnetischen Meridian od. das magnetische Azimuth an. Mittelst Visirens durch die Dioptern kann man auch das Azimuth eines Sternes finden. Es sind aber die wahren Himmelsgegenden von denen, welche die C-e nach dem magnetischen Meridian angeben, um die Abweichung der Magnetnadel verschieden, die an jedem Orte, wo man sich befindet, u. für eine bestimmte Zeit statthat. Diese muß man also kennen, od. auch durch Aufnahme des magnetischen Azimuths von Sonne od. Sternen ausmitteln, indem man den Unterschied von dem wahren, od. dem aus der geographischen Breite les Orts u. der Höhe der Sonne u. des Sterns bekannten Meridian berechnet. Man hat, um die Declination zu finden, das Declinatorium (Abweichung s-C.), einen mit einer freibeweglichen Magnetnadel versehenen, rechtwinkligen Glaskasten, von dem 2 Wände mit dem geographischen Meridian parallel sind. Der Winkel, welchen die Nadel mit diesen Wänden bildet, od. die Declination (s. Magnetismus) wird durch eine Gradeintheilung angegeben. Der C. dient bes. auch B) als Feld-C. zum Aufnehmen von Gegenden mit dem Meßtisch, s. Boussole; dann auch zu Bestimmung der Weltgegenden, bei dem Bergbaue, C) als Berg- od. Gruben-C., von dem die Setz-, Hänge- u. Zulege-C-e in ihrer Einrichtung nur wenig abweichend sind. Ersterer gleicht einer gewöhnlichen Boussole (s.d.) zum Stellen, u. der Hänge-C. hat 2 Haken, womit er an einer Schnur aufgehängt wird, daß sich die Nadel immer in horizontaler Ebene bewegt. Er dient dazu, wagrechte Winkel zweier beliebiger Richtungen u. dergleichen Neigungswinkel einzelner Linien gegen die Magnet- od. Mittagslinie zu messen. Doch ruhet der Hängecompaß nicht auf einem versetzbaren Gestell, sondern an einer ausgespannten Schnur, welche zugleich den Winkelschenkel, dessen Lage bestimmt werden soll, vorstellt, da ein Bergwerk das Aufstellen von Stativen lange nicht an allen Orten gestattet. Auch bedarf es keiner Diopter, da die Winkelschenkel durch die ausgespannte Schnur angegeben werden, u. bestehen deshalb nur aus dem C. u. aus dem Hängezeug. Der C. der Bergleute unterscheidet sich von der Feldboussole eigentlich nur durch die Eintheilung des Kreisringes, die hier nicht nach Graden, sondern nach Stunden, deren 24 auf den ganzen Kreis gehen u. die dann weiter in Viertel, Achtel, Sechzehntel etc. eingetheilt sind. Vorherrschend wird jedoch in neuerer Zeit die Eintheilung der Stunden in 15 ganze od. 30 halbe Grade, weil sie mit der gewöhnlichen Kreistheilung zusammenfällt. Außerdem hat der Gruben-C. noch zwei andere Verschiedenheiten, nämlich die Bezifferung geht von rechts nach links u. der Ost- u. Westpunkt ist verwechselt. Das Hängezeug besteht aus zwei rechtwinkelig verbundenen Stücken, dem Hängebogen u. dem Hängekranz; beide sind aus hart geschlagenem Messing gearbeitet. Der Hängebogen ist etwa eine Drittellinie dick u. einen halben Zoll breit; seine Weite richtet sich nach dem C., welcher in dem Hängekranz, der ungefähr die doppelte Dicke u. Breite des Bogens hat, gesetzt wird. Es ist dieser ein wagrecht liegender Ring, dessen Weite den C. faßt; an den beiden Enden eines Durchmessers, der Süd- u. Nordlinie des Hängeringes, sind 2 cylindrische Zapfen mit scheibenartigen Ansätzen, um welche er sich in Lagern, die am Hängebogen befestigt sind, ein Stück vertical drehen kann. In einem zweiten Durchmesser des Hängekranzes liegen 2 Körner, welche den in der Richtung OW od. 6h u. 18k liegenden u. mit entsprechenden Vertiefungen versehenen C. so aufnehmen, daß derselbe um seine Ost-Westlinie vertical gedreht werden kann. Vermittelst dieser Drehung u. jener der Süd-Nordlinie kann der C. leicht horizontal gestellt werden. Ältere Instrumente haben die Süd-Nordlinie unbeweglich, indem diese gleich rechtwinklich mit dem Hängebogen zusammengeschraubt ist; der Hängebogen hat an seinen Enden Haken, durch die er an eine festgespannte Schnur senkrecht aufgehängt wird. Soll mit diesem C. der horizontale Winkel zweier Richtungen in einem Bergwerke bestimmt werden, so spannt man zunächst die Schnur nach dem rechten Schenkel aus u. hängt das Instrument so ein, daß der NPunkt vom Scheitel des Winkels abgewendet ist; hierauf stellt man den Stundenring im Hängekranz wagrecht u. notirt das Ergebniß am Nordende der Nadel; dasselbe Verfahren wendet man darnach für den linken Schenkel an; hat man endlich beide Streichwinkel bestimmt, so ist deren Differenz der gesuchte Winkel. Den rechten Schenkel stellt man um deswillen voran, weil die Bezifferung des Hänge-C. von rechts nach links hin fortschreitet. Die neuesten u. vorzüglicheren Constructionen zum Bau von Boussolen sind von den Mechanikern F. W. Breihaupt in Kassel u. Ertel u. Sohn in München. – Die Chinesen hatten schon im 3. Jahrh. des Magnet als C. auf ihren Schiffen, u. im 4. Jahrh. leitete sie derselbe auf offenem Meere nach dei. Küsten OAfrikas u. Arabiens. Wahrscheinlich ist auf diesem Wege die Kenntniß der Eigenschaft des Magneten zu uns gekommen. Schon der Irländer Frook (geb. 1068) gedenkt dessen in einem Geschichtswerke über die Entdeckung von Island; Guyot von Provins in seinem Gedicht La Bible vom Jahre 1190. Die Entdeckung der Azoren 1387 u. der tropischen Westküste Afrikas 1346 beweisen die Bekanntschaft der Europäer damit. Italiener, Engländer, [316] Holländer, Franzosen haben zu mehrerer Vervollkommnung desselben beigetragen.
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Man nehme einen Magneten, streiche für etwa 10 Minuten mit dem Magneten immer wieder über einen Eisennadel in einer Richtung entlang, und schon ist es eine Kompassnadel. In der Industrie wird das Magnetisieren meist durch Einbringen der zukünftigen Kompassnadel in ein elektrisch induziertes Magnetfeld erledigt - geht schneller und ist automatisierbar. Windrose auf einen Zettel malen, Nadel freidrehend darüber pinnen, schönes Gehäuse drumherum basteln, fertig ist der Kompass.
1. Zuerst klebt man die Scheibe mit den Himmelsrichtungen auf den nach oben geöffneten Schraubverschluss.
2. Nun stellen wir mit dem Magneten und der Nähnadel eine Kompassnadel (Magnetnadel) her. Dazu streicht man mit dem Magneten gleichmäßig vom einen Ende der Nadel zum anderen. Man muss jedoch darauf achten, dass man den Magneten nicht hin- und herbewegt, sondern ihm am Ende der Nadel abhebt und den Vorgang am Anfand wieder beginnt.
3. Nun legt man die Nadel vorsichtig auf den Flaschenverschluss. Zuerst wird er noch nicht aufgeklebt, weil man erst bestimmen muss, wo Nord und Süd ist.
4. Der Flaschenverschluss wird nun vorsichtig mit der Nadel in eine mit Wasser gefüllt Untertasse gesetzt, so dass er frei im Wasser schwimmen kann.
5. Nun erfolgt die Überprüfung, ob die Nadel richtig herum auf dem Verschluss liegt. Dazu muss man wissen, wo sich der Nordpol befindet. Wenn die Sonne scheint, kann man sehr leicht feststellen, wo der Nordpol sein müsste (die genaue Position ist nicht nötig!)
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Folgende Hilfsmittel stehen zur Verfügung: Sonne, Sterne und die Natur.
Norden mit der Uhr bestimmen
Peilt man mit dem kleinen Zeiger einer Uhr die Sonne an, so liegt Süden in Richtung der Winkelhalbierenden des kleineren Winkels zwischen dem kleinen Zeiger und der 12-Uhr Marke.
Nordrichtung schätzen
Wie kann man nun feststellen, wo sich der Nordpol etwa befindet? Ganz einfach: Man stellt sich mit dem Körper in Richtung Osten auf, also dort, wo die Sonne aufgegangen ist. Nun bewegt man den linken Arm vom Körper weg. Er zeigt nun nach Norden.
"alternative Daumenpeilung"
Unter Daumenpeilung versteht man in der Nautik eine Winkelmessung mittels des ausgestreckten Daumens am ebenfalls ausgestreckten Arm.
Da Körperabmessungen wie Daumenbreite und Armlänge grob proportional sind, ist der so gemessene Winkel von der absoluten Daumenbreite und der Körpergröße der messenden Person relativ unabhängig – wenngleich trotzdem vergleichsweise ungenau. Eine Daumenbreite entspricht etwa einem Winkel von 2° – wenn also beispielsweise der obere Rand der Sonne eine Daumenbreite über dem Horizont ist, wird die Sonne in acht Minuten untergegangen sein.
Ähnlich kann man mit der Hand messen: Vier Finger der Hand (an ihrer Wurzel) entsprechen einem Winkel von 8°, die gesamte Hand mit dem Daumen 10°, gespreizter Daumen und kleiner Finger spreizen einen Winkel von 20° auf.
Im übertragenen Sinne wird der Begriff „Daumenpeilung“ bzw. der Ausdruck „über den Daumen gepeilt“ für jede Art von überschlägiger und ungenauer Messung oder Schätzung verwendet.
Orientieren ohne Kompaß
Sie befinden sich in the middle of nowhere, wie es in
der englischen Sprache so schön heißt. Total ohne Orientierung
und ohne Ahnung, in welcher Richtung es nach Hause geht. Da heißt
es erst einmal Ruhe bewahren.
Diese Seite soll aber keine Einführung in das Überlebenstraining
werden. Hier geht es nur darum, sich auch ohne Kompaß in einem
unbekannten Gelände zurechtzufinden. Folgende Hilfsmittel stehen
zur Verfügung: Sonne, Sterne und die Natur.
Der Vollständigkeit sei gesagt, daß die folgenden
Informationen nur für Gebiete auf der nördlichen Hemisphäre
unseres Planeten gelten, und zwar wiederum nur solche nördlich
des Breitengrades von 23,5 Grad (dem Wendekreis des Krebses). Glücklicherweise
fällt aber das gesamte Europa darunter. Manches hier
dargestellte funktioniert auch auf der Südhalbkugel, nur muß
dann schon mal Norden mit Süden getauscht werden. Ich hoffe, Sie
finden heraus, an welcher Stelle.
Also, Sie befinden sich irgendwo und wissen nicht weiter.
Falls es in der Nähe einen Hügel gibt, sollten Sie ihn
besteigen und nach Spuren menschlicher Besiedlung suchen. Falls
Sie nichts entsprechendes finden, versuchen Sie herauszufinden,
in welche Richtung ein Weiterwandern am erfolgversprechendsten
ist.
Falls Sie keine Karte haben, versuchen Sie, selbst eine zu
erstellen, und legen Sie die Nordrichtung fest, indem Sie eine
der weiter unten beschriebenen Methoden verwenden. Falls Sie doch
eine Karte mit sich führen, versuchen Sie Ihren Standort zu
bestimmen.
Beginnen wir mit der genauesten Methode der Nordbestimmung:
Voraussetzung dafür sind klarer Himmel und eine Menge Zeit. Ein
Vorteil liegt darin, daß man keine besonderen Hilfsmittel benötigt:
Nur einen etwa 1 Meter langen geraden Stock, zwei kleinere Äste
oder Steine, einen weiteren Stock (oder auch Stein), mit dem man
in den Boden ritzen kann, und etwas, das als Schnur verwendet
werden kann.
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Der Trick mit der Nordbestimmung beginnt am Morgen.
Wir benötigen ein Stück ebenen Boden, in den der lange
Stock senkrecht gesteckt wird. Einer der beiden kleinen
Stöcke wird dort, wo der Schatten endet, in den Boden
gerammt (siehe Bild). Dann wird mit Hilfe einer Schnur,
die am Fuße des langen Stocks befestigt wird, und an
derem anderen Ende sich der Ritzstock befindet, ein
Halbkreis gezogen, der den kleinen Stock berührt. Dann
muß bis zum Abend gewartet werden. Der Schatten wird während
des Tages bis zum Mittag kürzer werden, um dann wieder
an Länge zuzulegen. Man kann versuchen, den kürzesten
Schatten zu markieren, er zeigt dann nämlich nach Norden
(falls man nördlich von 23,5 Grad nördlicher Breite ist). |
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Schließlich wird der Schatten wieder länger und
erreicht den gezogenen Kreis wieder (siehe Bild). Dort
wird der zweite, kleine Stock hineingesteckt. Falls man
keine Schnur zum Ritzen des Kreises hatte, kann man auch
einen passenden Stock o.ä. verwenden. Wichtig ist nur,
daß ein Halbkreis entsteht.
Die Verbindungslinie zwischen den beiden kleinen Stöcken
liegt nun genau in Ost-West-Richtung; die senkrecht
darauf stehende Linie somit Nord-Süd. |
Es existiert noch eine etwas abgewandelte, schnellere Version,
die ohne Schnur und Halbkreis auskommt. Allerdings wird sie umso
ungenauer, je weiter man vom Äquator entfernt ist. Man steckt
wieder einen Stock in den Boden und markiert das Ende seines
Schattens. Dann wartet man etwa 20 Minuten und markiert wieder
das Schattenende. Die Verbindungslinie zwischen beiden
Markierungen verläuft in etwa Ost-West.
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Nachts kann man sich an den Sternen orientieren. In
der nördlichen Hemisphäre steht nämlich Polaris
fast genau in Nordrichtung. Dieser Stern ist einfach zu
finden, wenn man das Sternbild "Großer Wagen"
(auch "Großer Bär") kennt. Suchen Sie die
beiden übereinanderstehenden Sterne am Ende des Großen
Wagens und ziehen Sie eine imaginäre Linie nach oben,
etwa 5 mal so lang wie der Abstand der beiden Sterne.
Dann treffen Sie auf Polaris. Damit haben Sie die
Nordrichtung. (Das Bild zeichnete übrigens Kathy Miles). In
der südlichen Hemisphäre kann man sich in ähnlicher
Weise am "Kreuz des Südens" orientieren.
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Auch eine (Zeiger-)Armbanduhr kann helfen (die genaue Erklärung, vor allem die Abweichung können Sie hier nachlesen: http://forum.watchtime.ch/viewtopic.php?f=17&t=543 ), die
Nordrichtung zu finden. Winkeln Sie den Arm an, so daß
Sie die Uhr ablesen können. Drehen Sie sich so, daß der
Stundenzeiger (hier rot) auf die Sonne zeigt. Halbieren
Sie dann den Winkel zwischen dem Stundenzeiger und der 12-Uhr-Marke:
Diese Richtung ist Süden ! (Vor 6 Uhr und nach 18 Uhr
gilt: Immer den kleineren Winkel bis zur 12-Uhr-Marke
halbieren).
Übrigens: Der Winkel muß halbiert werden, weil sich der
Stundenzeiger der Uhr in der Zeit, in der sich die Sonne
einmal um die Erde bewegt, zweimal um das Ziffernblatt
bewegt. Na gut, die Sonne bewegt sich nicht um die Erde,
sondern eher umgekehrt, aber jeder weiß, wie es gemeint
war, oder ?
Falls man Träger einer digitalen Armbanduhr ist,
zeichnet man sich eben ein Ziffernblatt. Der Rest der
Methode ist identisch.
Anmerkung: Man muß natürlich während der Sommerzeit
seine Uhr für diese Richtungsbestimmung um eine Stunde
korrigieren, d.h. man muß eine Stunde abziehen !Diese
Methode funktioniert in unseren Breiten recht brauchbar;
wird aber sehr ungenau, je mehr man sich dem Äquator nähert.
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Falls man eine Stecknadel dabei hat, kann man sich
selbst einen Kompass bauen. Man benötigt dazu nur noch
ein Glas Wasser. Die Nadel schwimmt durch die Oberflächenspannung
des Wassers obenauf, wenn man sie nur sanft genug absetzt.
Dazu gibt es drei Tricks. Erstens: Man legt die Nadel auf
ein Stück Papier. Das Papier saugt sich nach einiger
Zeit voll und sinkt, die Nadel schwimmt (hoffentlich).
Zweitens: Man fettet die Nadel ein wenig ein und drittens:
Man versucht sie mit einer Gabel oder etwas ähnlichem
vorsichtig abzusetzen.
Falls die Nadel nun magnetisch ist, arbeitet sie so genau
wie ein Kompass: Sie zeigt die Nord-Süd-Richtung an.
Aber wo ist Nord, wo Süd ? Entweder raten oder weitere
Kenntnisse anwenden. |
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Und wenn es keinen Schatten gibt ? Der Autor (Kjetil
Kjernsmo) hat folgende Naturhinweise erforscht: Bäume
besitzen auf der Nordseite gewöhnlich weniger Zweige.
Dies kann man am einfachsten überprüfen, indem man von
unten am Stamm entlangschaut.
Die Nordseite der Bäume ist feuchter, deswegen siedeln
sich dort mehr Moose und Flechten an. Und Ameisen bauen
ihre Hügel auf der Südseite von Bäumen.Im Winter
gibt der Schnee Hinweise: Auf der südwärts gelegenen
Seite von Felsen und Abhängen taut er schneller weg.
Vegetation und Unterbewuchs ist auf Südseiten dichter,
Früchte reifen eher.
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Update von April 2002:
Alte Kirchenbauten wurden so ausgerichtet,
dass der Altar im Osten steht, somit der Kirchturm im Westen.
Bei frischen Baumstümpfen kann man meist
erkennen, dass die Jahresringe nicht gleichmäßig voneinander
entfernt sind. Durch die Sonneneinstrahlung sind sie in Südrichtung
breiter (=stärkeres Wachstum) als im Norden.
Alle diese Natur-Methoden sind nicht sehr zuverlässig. Der
Wind kann zum Beispiel einiges verändern, deswegen sollte man
soviel wie möglich dieser Hinweise sammeln, um sicher zu gehen.
Wer weitere Hinweise zu diesem Thema kennt, sollte mir eine E-Mail
(df3kt@qsl.net) senden. Ich
werde sie sammeln und hier veröffentlichen.
(Freie Übersetzung der Internet-Seiten von Kjetil Kjernsmo,
mit freundlicher Genehmigung des Autors, Link zum Original)
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Gute Kompasse lassen sich befüllen, wenn`s an Flüssigkeit fehlt. Doch da wird es schwierig: die jeweilige Kompassflüssigkeit behandeln die Hersteller wie ein Geheimrezept. Sie sind meist nicht untereinander verträglich.
So keine Orginalflüssigkeit verfügbar ist bedenke man die Aufgaben der Kompassflüssigkeit. Erwähnt sei hier nur:
sie soll die Bewegung der Rose dämpfen
- 20 und + 50 Grad aushalten (die Volumenveränderung nimmt eine manchmal simple, manchmal sehr raffinierte Bodenmenbran auf)
sie darf unter Licht nicht reagieren (UV-Beständigkeit)
sie darf die Prägung, den Druck der Rose, die Membrane, das Gehäuse und die Dichungen nicht anlösen
sie muss im spez. Gewicht dem Auftriebskörper unter der Rose perfekt entsprechen
Verwendung finden dann Glyzerin-Wasser-Gemisch, dest.Wasser (2Teile) und Spiritus (1Teil), Rizinus-Öl, Leichtpetroleum Dichte von ca. 0,72 - 0,74, Babyöl, reiner Alkohol, Terpentinersatz, Nähmaschinenöl… Bayol 35 von Esso
Kreiselkompaßfüllung ist eine elektrolytische Flüssigkeit:
Typ/System: Sperry/Brown Einkreiselkompass keine Flüssigkeit im Kompass, nur Quecksilber Schwingungsdämpfungssystem wird heute noch gebaut.
Typ/System: Anschütz Einkreiselkompass keine Flüssigkeit im Kreisel ebenfalls Quecksilberdämpfung wird nicht mehr gebaut.
Typ/System: Zweikreiselkompass Plath Navigat Kreiselkugel mit Trichterschwimmer kleine Mengen Quecksilber in der Hüllkugel.
Typ/System: Zweikreiselkompass Anschütz Tragflüssigkeit Mischung aus Glyzerin und Wasser elektrisch leitend.
Typ/System: Plath Standard VII Tragflüssigkeit destilliertes Wasser Stromzuführung induktiv.
Typ/System: Faseroptischer Kreiselkompass diverse Hersteller keine Flüssigkeit.
Typ/System: Magnetkompass Füllung des Kompasskessels mit "vergälltem Alkohol"
Quellen: Lehrbuch der Navigation Meldau-Steppes Ausg. 1963 6. Aufl.
Handbuch für die Schiffsführung Müller-Krauß 1970 7. Auflage
Handbuch der Navigation 8.Auflage Nachdruck von 1994
Pflege des Kompasses
Es reicht aus, den Kompass mit Seifenwasser zu spülen.
Nie Lösungs- oder Scheuermittel verwenden!
Sonne und Kälte beschleunigen den Alterungsprozess des Kompasses.
Schützen Sie Ihren Kompass wenn Sie Ihn nicht benötigen! Während des
Winterlagers können Sie den Yachtkompass ausbauen. Während der Saison
schützen Sie den Kompass mit einer Abdeckung oder einem Tuch vor
UV-Strahlung.
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nachfolgende Informationen müssen noch geprüft, überarbeitet, zusortiert und Bebildert werden.
Ich kann meinen Kompaß auf der ganzen Erde verwenden - Oder etwa nicht ?
Ich kann meinen Kompaß auf der ganzen
Erde verwenden - Oder etwa nicht ?
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Auf dem nebenstehenden Bild (und dem Bild oben) kann
man sehr gut den Verlauf der magnetischen Feldlinien in
bezug auf die Erdoberfläche verfolgen. Man erkennt, daß
die Magnetfeldlinien am magnetischen Äquator parallel
zur Erdoberfläche verlaufen, dagegen in hohen Breiten
unter einem mehr oder weniger steilen Winkel (der Inklination)
in die Erdoberfläche eintreten (bzw. dort austreten) und
an den Magnetpolen senkrecht stehen. Diese Tatsache hat
ungeahnte Auswirkungen: Die Magnetnadel des Kompaß'
versucht nämlich, sich entlang der Magnetfeldlinien
einzustellen. In Deutschland beträgt der "Eintrittswinkel"
der Magnetfeldlinien etwa 50°, die Kompaßnadel versucht
sich also entsprechend einzustellen. Da aber eine solche
Neigung der Nadel im Kompaß mechanisch nicht zu
realisieren ist, befindet sich auf der Kompaßnadel ein
kleines Gewicht, das diese Neigung ausgleicht. Stellt
sich die Frage: Was ist, wenn ich meinen Kompaß in einer
Region der Erde verwenden will, in der ganz andere
Feldlinienwinkel auftreten ? Ganz einfach, dort benötigt
man einen anderen Kompaß !! |
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Die Erde ist in mehrere Magnetzonen eingeteilt (MN,
NME, ME, SME und MS). Für jede dieser Zone bieten die
Hersteller von Kompassen geeignete Modelle an ! Man
sollte also z.B. nicht versuchen, mit seinem gewohnten OL-Kompaß
an einem Wettbewerb in Australien teilzunehmen (für die
Australier gilt dies natürlich auch im umgekehrten Sinne).
Der Kompaß wird "klemmen",
sich also nicht frei in seiner Aufhängung drehen.
In dem mit einem (+)-Zeichen versehenen Gebiet im Norden
Kanadas sind Kompasse total unbrauchbar. Da dort die
Magnetfeldlinien fast senkrecht in den Boden zeigen,
reichen die Kräfte, die auf die Kompaßnadel wirken,
nicht mehr aus, diese zu drehen. |
Was ist Erdmagnetismus?
Es ist der Magnetismus des Erdkörpers, dass eine allseitig
frei beweglich Magnetnadel eine bestimmte Richtung einnimmt. Jeder Magnet hat
zwei Pole, einen Nordpol und einen Südpol. Der Nordpol weist nach Norden,
der Südpol nach Süden. Gleichnamige Pole stoßen einander ab,
ungleichnamige Pole ziehen einander an. Der nahe dem geographischen Nordpol
gelegene erdmagnetische Pol ist daher ein magnetischer Südpol.
Was ist ein Pol?
Endpunkt einer Achse eines sich drehenden Körpers. Geographischer
Nordpol liegt mitten im Polarmeer. Die Abweichung der Magnetnadel von der genauen
N-S Richtung nennt man magnetische Missweisung oder Deklination. Die Neigung
einer frei aufgehängten Magnetnadel gegen die Waagrechte nennt man Inklination.
Die Erde verhält sich wie ein großer Magnet, dessen Südpol im
N und dessen Nordpol im S liegt. Beide Pole ändern ihre Lage mit der Zeit.
Unter Berücksichtigung dieser Deklination ist die Bestimmung der Lage des
geographischen Nordpol recht einfach. Man bedient sich hier der Hilfe des Kompasses.
Seine Funktion beruht darauf, dass sich eine frei bewegliche Magnetnadel in
die N-S Richtung ausrichtet. Er besteht aus einer Magnetnadel, die auf einer
Spitze gelagert ist, einer Kompassrose und einem Gehäuse welches nicht
aus Eisen besteht. Eine Bussole ist ein spezieller Kompass, der mit Visiereinrichtung,
Spiegel und häufig mit einer Fluidfüllung ausgestattet ist. Kimme
und Korn oft Fluoriszierend.
Kompassrose
Wie jeder Kreis in der Geometrie wird sie meist in 360° eingeteilt,
und zwar nach rechts im Uhrzeigersinn drehend (Anmerkung: In manchen Ländern
auch linksdrehend üblich – Gegenrichtung beachten). Manchmal auch 400°
Einteilung möglich (Gon, Neugrad). Zur leichteren Bedienung bzw. nicht genauen
Anwendung reicht manchmal die Unterteilung in nur 16 Kompassrichtungen (N, S,
W, O, NO, SO, SW, NW, NNO, ONO, OSO, SSO, SSW, WSW, WNW, NNW). Für äußerst genaue
Anwendung wird die Kompassrose auch in 6400 Striche eingeteilt, was natürlich
nur auf sehr großen Kompassen Sinn macht (Schiffe). 6400 Artelleriepromille
in 64 Teilungen (100 Art.prom. = 5°37'30").
Magnetnadel
Die Magnetnadel ist frei auf einer Nadelspitze gelagert. Sie hat meist ein schwarz
oder farbig gekennzeichnetes Nordende. Sehr aufwendige Bussolen erlauben eine
Deklinationskorrektur und fallweise auch die Kompensation der Inklination um
eine kürzere Einschwingzeit zu erreichen. Für die südliche Hemisphäre (z. B.
Australien) gibt es eigene Spezialkompasse, denn die Inklination ist so groß,
dass die Magnetnadel zum Erdboden zeigen würde.
Zieleinrichtung
Kimme und Korn oft fluoriszierend.
Finden der Nordrichtung
Den Kompass ruhig halten bis der Zeiger ausgependelt ist, die
Zeigerspitze zeigt nun nach Norden. Die Kompassrose wird mit N oder
0° mit der Zeigerspitze zur Deckung gebracht.
Anvisieren eines sichtbaren Zieles
Wird ein sichtbares Ziel erkannt, auf das sie zugehen wollen,
dann visieren sie dieses Ziel mit der Visiereinrichtung des Kompasses an. Sie
drehen die Kompassrose bis N oder 0° mit der Zeigerspitze zur
Deckung gebracht wird und können jetzt die Marschzahl ablesen.
Marschieren nach einer Marschzahl
Natürlich ist es auch möglich mit einer bekannten Marschzahl ein Ziel
zu finden. Die Kompassrose wird solange gedreht bis die Marschzahl mit der Visiereinrichtung
übereinstimmt. Nun dreht man sich mit dem Kompass bis N oder
0° auf der Kompassrose mit der eingependelten Zeigerspitze übereinstimmt.
Nun in Visierrichtung gehen bis das Ziel erreicht ist.
Einnorden der Karte
Bei Landkarten ist Norden immer oben und Ortsnamen sind immer
von West nach Ost. Die Karte so einrichten, bis Ortsnamen 90° zur eingependelten
Kompassnadel stehen. Die meisten Bussolen haben dafür auf der Kompassrose
eine Markierungslinie.
Bestimmen der Marschzahl
Den Ausgangspunkt und den Zielpunkt markieren und gegf. eine
Linie ziehen. Nun den Kompass mit der Längsseite auf die Verbindungslinie
legen. Die Kompassrose drehen, bis die Nord Süd Striche der Kompassrose
mit der Nord Südlinie der Landkarte übereinstimmt. Jetzt kann bei
der Visiereinrichtung die Marschzahl abgelesen werden.
Bestimmung eines im Gelände sichtbaren Punktes
Mit den Kompass den sichtbaren Punkt anvisieren und den Richtungswinkel
durch drehen der Kompassrose einstellen. Die Nordmarkierung der Kompassrose
über den Norden der Kompassnadel stellen. Auf der Landkarte den eigenen
Standort einzeichnen. Den Kompass mit der Gehäusekante auf die eingezeichnete
Standortmarkierung legen und den Kompass um den Standort drehen bis die Nord
Süd Striche der Kompassrose mit der Nord Südlinie der Landkarte übereinstimmen.
Der zu bestimmende Punkt liegt nun in der durch die Längsseite des Kompasses
gebildeten Linie.
Bestimmung des eigenen Standortes
Einen bekannten Punkt im Gelände anvisieren und den Richtungswinkel
einstellen. Den Kompass auf die Landkarte mit der Längsseite an den anvisierten
Punkt legen und drehen bis die N-S Linie der Rose mit der N-S Linie der Landkarte
übereinstimmt. Eine Linie vom anvisierten Punkt ausgehend parallel zur
Längsseite des Kompasses einzeichnen (Richtung Frontseite des Kompasses).
Nun einen zweiten bekannten Punkt im Gelände suchen und nach gleicher Methode
vorgehen. Der Schnittpunkt beider Linien gibt den gesuchten Standort an. Je
näher der Winkel beider Linien bei 90° liegt, desto genauer lässt
sich der Standort bestimmen.
Der Kompass (Plural Kompasse, siehe dazu den entsprechenden Abschnitt; Herkunft: italienisch com-passo = das Um-Schreiten, der Zirkelweg[1]) ist ein Messgerät zur Bestimmung einer Richtung, z. B. Himmelsrichtungen, Navigations-Kurs, Peilrichtung. Die älteste Ausführung ist der Magnetkompass, welcher anhand des Erdmagnetfelds die Bestimmung der magnetischen Nordrichtung und daraus aller anderen Himmelsrichtungen erlaubt. Andere Ausführungen sind elektronische Kompasse auf Basis von Hall-Sensoren oder Fluxgate-Magnetometern; mit letztgenannten kann man Betrag und Richtung des Erdmagnetfeldes auf ein 1/100.000 des Absolutwerts genau bestimmen.
Ganz ohne Ausnutzung des Erdmagnetfeldes arbeiten Kreiselkompasse, die auf Grund ihrer Wirkungsweise die Richtung auf die geografische Nord-Süd-Richtung bezogen und nicht relativ zur Lage der Magnetpole der Erde ermitteln.
Ein Kompass mit Peilvorrichtung wird auch Bussole genannt. Meist wird dieser Begriff in der Vermessungstechnik für Präzisions-Peilkompasse verwandt, mancherorts wird aber auch der einfache Marschkompass so genannt.[2]
Schiffskompass in einer Kardanischen Aufhängung
Vor der Einführung des Kompasses orientierten sich die Seefahrer an Himmelskörpern, an Landmarken, an der Tiefe der See mittels Messung mit dem Lot, Dünung und Strömung, Wind, Wassertemperatur, -farbe und -geschmack, Tieren, Wolken und weiteren Merkmalen.
Die Erkenntnis, dass sich Splitter von Magneteisenstein in die Nord-Süd-Richtung drehen, war in Europa seit der griechischen Antike[3] und in China seit der Zeit der Streitenden Reiche bekannt. Die Chinesen benutzten seit dem 11. Jahrhundert eine schwimmende Kompassnadel (nasser Kompass), die Südweiser genannt wurde. Tatsächlich zeigt der chinesische Kompass nicht nach Norden, sondern nach Süden. Im Laufe der Zeit entwickelten sich daraus spezielle Kompassformen mit einer Einteilung in 24, 32, 48 Striche oder sogar 64 Himmelsrichtungen (siehe Erdzweige).
In Europa wurde der nasse Kompass erstmals vom englischen Gelehrten Alexander Neckam etwa 1187 als eine magnetisierte schwimmende Nadel erwähnt, die unter Seeleuten in Gebrauch war. Es herrschen verschiedene Ansichten darüber, wo der Ursprung des europäischen Kompasses zu suchen ist. Nach heutiger Auffassung handelt es sich beim europäischen Modell um eine unabhängige Entwicklung, die weder von Chinesen übernommen noch von Arabern vermittelt worden war.[4][3] Bei den Arabern lässt sich der nasse Kompass sogar erst einhundert Jahre nach Alexander Neckams Erwähnung nachweisen.[5]
Die erste schriftliche Erwähnung einer trocken auf einem Stift spielenden Magnetnadel findet sich im Epistola de magnete von 1269, geschrieben von Petrus Peregrinus de Maricourt, womit der noch heute benutzte trockene Kompass erfunden war.[3] Als vermeintlicher Erfinder gilt ein italienischer Seefahrer aus Amalfi, wo noch heute Flavio Gioia als „Erfinder des Kompasses“ mit einem Denkmal am Hafen geehrt wird. Im späten 13. Jahrhundert kombinierten die Seefahrer des Mittelmeers als erste die Magnetnadel mit der Windrose.[6]
Um das Jahr 1400 bauten europäische Seefahrer die trockene Kompassnadel und Windrose in ein festes Gehäuse ein, um es fest auf ihren Schiffen zu stationieren.[3] Der trockene Kompass war sehr viel genauer als die instabil schwimmende Nadel der Chinesen und ermöglichte so eine bessere Navigation. Leonardo da Vinci schlug als erster vor, den Kompasskasten in einer Kardanischen Aufhängung zu platzieren, um so die Genauigkeit weiter zu verbessern. Ab 1534 wurde seine Idee praktisch verwirklicht und setzte sich während des 16. Jahrhunderts in ganz Europa durch, wodurch europäische Segelschiffe über die fortschrittlichste und exakteste Kompasstechnik der Zeit verfügten.[3] Nach China kam der trockene Kompass etwa um das Jahr 1600 über Japan, das ihn von Spaniern und Portugiesen übernommen hatte.
Der Kompass wurde auch im Untertagebau als Orientierungshilfe eingesetzt. In der norditalienischen Bergbaustadt Massa sind Kompasse zur Bestimmung der Vortriebsrichtung und Vermeidung von ‚Durchschlägen‘ zwischen Grubenbetrieben bereits im 13. und 14. Jh. belegt,[7] und im Tiroler Bergbau gehörte er in der zweiten Hälfte des 15. Jh. zur Standardausrüstung.[8] Das Bergbüchlein des deutschen Mineurs Ulrich Rülein von Calw kann als eine erste theoretische Abhandlung über den unterirdischen Einsatz des Kompass gelten.[8]
[Bearbeiten] Aufbau und Funktionsweise von Magnetkompassen
Der Magnetkompass besteht aus einem drehbaren Zeiger aus magnetischem Material und einem Gehäuse, in dem dieser Zeiger möglichst reibungsarm gelagert ist. Am Gehäuse oder dem Zeiger ist in der Regel eine Winkelskala angebracht. Der Zeiger selbst kann die traditionelle Form einer Nadel (Kompassnadel) haben, in einigen neueren Kompassen ist eine komplette Scheibe zu finden, in Schiffskompassen meist eine Kugel (Kugelkompass).
Der Zeiger richtet sich, wenn er nach allen Richtungen frei beweglich ist, tangential zu den Feldlinien des Magnetfelds der Erde aus. Da die Feldlinien in weiten Bereichen auf der Erde und insbesondere in Mitteleuropa etwa in geographischer Nord-Süd-Richtung verlaufen, kann man aus der Richtung des Zeigers auf die Nordrichtung schließen.
[Bearbeiten] Nord- oder Südpol?
Immer wieder führt die Frage zu Verwirrung, ob im Norden der Erde nun der magnetische Nord- oder der magnetische Südpol liege. Ein Blick in die Geschichte hilft, den Sachverhalt zu verstehen.
Als man die Sache mit der Magnetit-Nadel entdeckte, nannte man das Ende der Nadel, das nach Norden zeigte, naheliegenderweise den Nordpol der Nadel. Erst sehr viel später erkannte man den Grund des Effekts und dass sich bei Magneten immer gegensätzliche Pole anziehen. Da war aber die Bezeichnung der Polarität bereits definiert. Daher hat die Erde, physikalisch gesehen, im Norden einen magnetischen Südpol.
Der korrekte Sprachgebrauch hängt nun vom Zusammenhang ab:
- Für den Physiker hat die Erde im Norden einen magnetischen Südpol.
- Für alle anderen liegt im Norden selbstverständlich der Nordpol, und da gilt es zu unterscheiden zwischen dem geografischen und dem magnetischen.
Je nach Zusammenhang können also beide Bezeichnungen richtig sein.
Zur Umgehung dieses sprachlichen Problems werden in jüngerer Zeit auch die Termini "arktischer Magnetpol" und "antarktischer Magnetpol" verwendet.
[Bearbeiten] Teilung der Kompassrose
Grundsätzlich werden Kompassrosen in gleichgroße Kreissegmente zerteilt. Bei den drei am meisten verwendeten Einheitssystemen sind das bei Grad 360 Teilbereiche, bei Gon 400 Teilbereiche und bei Mil 6400 Teilbereiche, wobei nur die hunderter eingezeichnet werden (Marschzahl).
Da die Verbindungslinien der magnetischen Pole gegenüber der Erdachse um ca. 11,5° geneigt ist, liegen die magnetischen Pole derzeit etwa 2000 km von den geographischen Polen entfernt; die magnetischen Pole wandern. Des Weiteren werden die magnetischen Feldlinien von den örtlichen geologischen Gegebenheiten (z. B. eisenhaltiges Gestein) beeinflusst, d. h. in ihrer Richtung abgelenkt. Diese beiden Faktoren bewirken, dass die Abweichung der Kompassnadel von der geografischen Nordrichtung an jedem Ort der Erde unterschiedlich ist. Diese Abweichung nennt man Ortsmissweisung oder Deklination. Es ist nicht ganz sicher, wer diese zuerst erkannte. Jedoch gilt als gesichert, dass Georg von Peuerbach der erste war, der über die Missweisung schrieb. Der älteste erhaltene Kompass, bei dem die Missweisung eingezeichnet ist, stammt von Peuerbach. Ein Kreiselkompass hat keine Deklination.
- Hauptartikel siehe: Deklination (Geographie)
Neben der Gradeinteilung gibt es z. B. die Windrose (auch Kompassrose) zum Anzeigen der Himmelsrichtung auf dem Kompass
Als Deviation bezeichnet man Abweichungen, die durch magnetische Felder in der Nähe des Kompasses hervorgerufen werden können. Solche Felder werden durch magnetische oder magnetisierbare Gegenstände sowie durch fließenden Gleichstrom (Elektrogeräte) erzeugt. Eine mögliche Gegenmaßnahme besteht darin, einen Mutterkompass an einer besser als die Brücke oder das Cockpit geeigneten Stelle des Schiffes oder Flugzeuges unterzubringen. Ansonsten oder zusätzlich werden zur Kompensation größerer Abweichungen entweder Magnetnadeln an dafür vorgesehenen Stellen in das Kompassgehäuse eingesetzt (z. B. Ludolph-Kompass) oder beweglich gelagerte Magnete im Kompassgehäuse über Stellschrauben entsprechend justiert (z. B. Airpath-Kompass). Dieses Verfahren nennt man kompensieren. Hierzu wird das Fahrzeug ( Schiff ) langsam um die Hochachse, die durch den Kompass führt, gedreht, und die optische Peilung einer einer in ihrer geografischen Ausrichtung bekannten Linie ( z.B. Richtfeuer ) beobachtet und mit der Kompassanzeige verglichen. Die Werte werden notiert, und mittels o.g. Vorrichtungen so klein wie möglich gehalten. Restfehler werden in der Deviationstabelle festgehalten. Die Kompensation wird tunlichst nach Werftaufenthalten ( Schweißarbeiten! ) oder bei voller Stahlladung gemacht. Verbleibende Anzeigefehler (die unter 5° liegen sollen) werden in eine Deviationstabelle eingetragen, von der dann zu jedem Kompasskurs die dazu gehörende Korrektur abgelesen werden kann. In der Allgemeinen Luftfahrt muss die Deviation nach bestimmten Veränderungen im oder am Flugzeug oder nach gewissen Zeitabläufen überprüft und der Kompass kompensiert werden. Entsprechende Vorgaben finden sich beispielsweise in den Flug- und Betriebshandbüchern.
- Hauptartikel siehe: Deviation (Navigation)
Als Inklination wird der Winkel zwischen den Tangenten an die magnetischen Kraftlinien und der Tangentialebene an die Erdoberfläche (Horizontale) bezeichnet. In Mitteleuropa beträgt die Inklination ca. 66,5°. Mit anderen Worten, die Vertikalkomponente des Magnetfelds ist rund doppelt so groß wie die Horizontalkomponente.
Da zur Bestimmung der Nordrichtung nur die horizontale Komponente der Magnetfeldlinien von Bedeutung ist, muss die Inklination bei der Konstruktion des Kompasses berücksichtigt bzw. individuell kompensiert werden. So wird bei einfachen Wanderkompassen z. B. einfach die Südhälfte der Nadel mit einem sogenannten Reiter beschwert. Ein solcher Kompass kann allerdings nicht auf der Südhalbkugel verwendet werden, da sonst die Nadel schief hängt oder schlimmstenfalls den Boden des Kompassgehäuses berühren würde.
Beim magnetischen Schiffskompass ist die Skala (Kompassrose, Windrose) mit der Gradeinteilung am Zeiger angebracht, der entweder kardanisch aufgehängt ist oder in einer Flüssigkeit schwimmt (Kugelkompass), so dass sie trotz der durch den Seegang verursachten Schiffsbewegungen immer waagerecht liegt. Die Kompassrose dreht sich dabei als Ganzes, die Richtung wird an einer fest mit dem Gehäuse verbundenen Markierung abgelesen. Im Gegensatz dazu ist bei Kompassen, die an Land verwendet werden, die Kompassrose am Gehäuse angebracht und nur die Kompassnadel dreht sich. In Bezug auf das Erdmagnetfeld dreht sich in beiden Fällen das Kompassgehäuse und der Zeiger (Kompassnadel/-rose) bleibt an den magnetischen Feldlinien ausgerichtet.
- Hauptartikel siehe: Inklination (Magnetismus)
[Bearbeiten] Der Kompassdrehfehler
In der Luftfahrt zeigt der Magnetkompass bei Beschleunigungen falsche Werte an. Diesen Effekt nennt man „Beschleunigungsfehler“ (bei geradliniger Beschleunigung) bzw. „Drehfehler“ (beim Kurvenflug). Beim unbeschleunigten Steig- oder Sinkflug tritt hingegen, trotz oft gelesener anderweitiger Aussagen, kein Anzeigefehler auf.
Dieser Anzeigefehler entsteht dadurch, dass beim allgemein üblichen „Schnapskompass“ der Schwerpunkt tiefer liegt als der Aufhängepunkt. Bei Beschleunigungen kippt daher der Kompass, wodurch die vertikale Komponente des Magnetfelds den Nordpol des Kompassmagneten nach unten ziehen kann, wodurch die Anzeige verfälscht wird. Eine Kurve ist daher auf nördlichen Kursen früher, auf südlichen später auszuleiten als der Kompass anzeigt. (Das gilt auf der Nordhalbkugel, im Süden ist der Effekt entgegengesetzt.)
Es gibt beschleunigungs- und drehfehlerfreie Kompasse. Die bekannteste Bauart ist wohl jene, die allgemein unter dem Namen „Bohli-Kompass“ bekannt ist. Der Bohli-Kompass wird so genannt, weil er von der Schweizer Firma Bohli-Magnete entwickelt wurde, die ihn auch als einzige Firma herstellt und verkauft. Etwas weniger bekannt, aber in der Funktionalität gleichwertig ist der von der deutschen Firma Schanz Feinwerktechnik, Schopfheim, entwickelte „Schanz-Kompass“ (Typen SK 75 und SK 80). Bohli- und Schanz-Kompass sind speziell für Segelflugzeuge entwickelt worden, und dort insbesondere für den Einsatz im Wolkenflug. Diese Kompasse haben aber auch Nachteile, so müssen sie jeweils von Hand der Querlage des Flugzeugs angepasst werden. Da der Wolkenflug heute im Wettbewerb allgemein verboten ist, sind sie heute auch in Segelflugzeugen nur noch selten anzutreffen. Außerhalb der Segelflugszene sind diese Kompasse kaum bekannt.
Im Motorflug werden Kurven allgemein nach dem (drehfehlerfreien) Kurskreisel geflogen, so dass der Kompassdrehfehler hier kaum von praktischer Bedeutung ist.
- Hauptartikel siehe: Kompassfehler
Der Plural von Kompass lautet Kompasse (Quelle: Duden und andere). Diese Form leuchtet auch etymologisch unmittelbar ein: Das ursprüngliche italienische Wort Compasso hat den Plural Compassi, was eingedeutscht zu Kompass, Kompasse wird.
Gelegentlich trifft man auf die Pluralform Kompanten. Diese Pluralbildung ist falsch und lässt sich in keinem Wörterbuch nachweisen. Vermutlich ist sie als Analogie zu Atlas-Atlanten entstanden. Diese Analogie ist jedoch nicht anwendbar, da Atlas ein griechischer Eigenname ist und somit völlig andere Deklinationsformen hat.
Vereinzelt wird auch das Wort Kompand als Synonym zu Kompass angetroffen (woraus sich dann die Pluralform Kompanden ergäbe). Auch diese Form kann weder in einem Wörterbuch noch in einem technischen Lexikon nachgewiesen werden, die einzigen „Beleg“-Stellen sind Texte im Internet.
[Bearbeiten] Behelfsmäßiger Kompass
Für einen behelfsmäßigen Kompass wird zunächst die Nordrichtung bzw. Südrichtung am Horizont gesucht und von dort ausgehend der entsprechende Winkel mittels Daumenpeilung abgeschätzt. So befindet sich z. B.
- 50° zwei gespreizte Hände zu je 20° und eine Faust mit 10° östlich, d. h. „rechts“, der Nordrichtung,
- 300° dreimal eine gespreizte Hand westlich der Nordrichtung.
1.
Zuerst klebt man die Scheibe mit den Himmelsrichtungen auf den nach oben geöffneten
Schraubverschluss. |
 |
2.
Nun stellen wir mit dem Magneten und der Nähnadel eine Kompassnadel (=Magnetnadel) her.
Dazu streicht man mit dem Magneten gleichmäßig vom einen Ende der Nadel zum anderen. Man
muss jedoch darauf achten, dass man den Magneten nicht hin- und herbewegt, sondern ihm am
Ende der Nadel abhebt und den Vorgang am Anfand wieder beginnt. |
|
3.
Nun legt man die Nadel vorsichtig auf den Flaschenverschluss. Zuerst wird er noch nicht
aufgeklebt, weil man erst bestimmen muss, wo Nord und Süd ist. |
4.
Der Flaschenverschluss wird nun vorsichtig mit der Nadel in eine mit Wasser gefüllt
Untertasse gesetzt, so dass er frei im Wasser schwimmen kann (Bild unten). |
 |
5.
Nun erfolgt die Überprüfung, ob die Nadel richtig herum auf dem Verschluss liegt. Dazu
muss man wissen, wo sich der Nordpol befindet. Wenn die Sonne scheint, kann man sehr
leicht feststellen, wo der Nordpol sein müsste (die genaue Position ist nicht
nötig!) |
| Achtung! Der
Magnet, den man zum Magnetisieren der Nadel verwendet hat, muss nun weit genug abgelegt
werden, damit er den Kompass nicht in die falsche Richtung lenkt! |
|
| Wie kann man nun feststellen, wo sich der
Nordpol etwa befindet? Ganz einfach: Man stellt sich mit dem Körper in Richtung Osten
auf, also dort, wo die Sonne aufgegangen ist. Nun bewegt man den linken Arm vom Körper
weg. Er zeigt nun nach Norden. |
 |
|
| Wenn die Nadel jetzt ebenfalls auf Norden zeigt,
dann ist der Kompass richtig eingestellt. Wenn nicht, dreht man die Nadel einfach herum.
Abschließend klebt man die Nadel auf das Papier. Fertig ist der Kompass! |
Erklärung |
© Joachim Lerch, Mundinger Weg 33, 79331 Köndringen |
Der Kompass und seine Verbreitung
Bei der Fahrt über das offene Meer fehlte den Menschen jede Art von landschaftlichen
Merkmalen zur Orientierung. So verwundert es nicht, dass die Menschen für lange Zeit
Schifffahrt allein entlang der Küsten betrieben und zwar weniger aufgrund der Gefahren des
offenen Meeres – diese waren an manchen Küstenabschnitten deutlich höher –, sondern aufgrund
der weitgehenden Richtungs- und Orientierungslosigkeit. Natürlich boten Sonnenstand
und Sterne bei Schönwetter wichtige Hilfen zur Orientierung, doch konnte bei stürmischem
Schlechtwetter jeder Anhaltspunkt verloren gehen. Zudem veränderte sich die genaue Position
des Auf- und Untergangs im Jahreswechsel, je mehr man vom Äquator entfernt war. Die Geschichte
von den Irrfahrten des Odysseus spiegelt mit Sicherheit das wichtigste Problem der
antiken und mittelalterlichen Schifffahrt wider.
Für die Fahrt entlang der Küsten, dem so genannten Periplus, waren schon in der Antike detaillierte
Beschreibungen und Karten üblich geworden, etwa die des Pomponius Mela aus der
Zeit um 43/44 n. Chr. Freilich funktionierte die Küstenschifffahrt im Atlantik mit seiner deutlich
höheren Nebelwahrscheinlichkeit, dem starken Unterschied der Gezeiten, den starken
Strömungs- und Windeinflüssen und den vielen Flachküsten weniger gut als im vergleichsweise
ruhigen Mittelmeer.
Auch die Erforschung des Sternenhimmels im Jahreskreis war in der Antike verfeinert worden;
die Anfänge dazu lagen aber mit Sicherheit schon in urgeschichtlicher Zeit, wie viele
prähistorische Monumente zur Sternenbeobachtung beweisen. Im Mittelalter wurden die
Kenntnisse der antiken Astronomie weitgehend ungeschmälert rezipiert und zum Teil eigenständig
erweitert. Ein frühes Beispiel einer eigenständigen Sternenbeobachtung stellt der
fränkische Geschichtsschreiber Gregor von Tours (538-594) dar. Aus vermutlich persönlichem
Interesse an der Natur, aber auch zur Bestimmung der monastischen Gebetsstunden
während der Nacht verfasste er die Schrift „De cursu stellarum ratio“ („Berechnung zum Lauf
der Gestirne“).
Somit lag es im Interesse zahlreicher Weltgegenden, für die Seefahrt eine weitere und vor
allem vom Wetter unabhängige Orientierungshilfe zu finden: den Kompass. Der Begriff
Kompass leitet sich von italienisch „compassare“, „ringsum abschreiten“, „abmessen“, ab,
3
doch setzte er sich erst seit dem 15. Jahrhundert allgemein durch. Im nordischen Bereich
sprach man bis etwa 1300 vom so genannten
in Spanien von der
In historischer Zeit handelt es sich in erster Linie um Magnetkompasse. Sie beruhen auf der
vom Erdmagnetismus ausgehenden, auf einen Magneten ausgeübten Richtkraft, die die Magnetnadel
fast überall auf der Erde (ausgenommen sind die Polargebiete) in den magnetischen
Meridian, das heißt in die magnetische Nord-Süd-Richtung, einstellt. Da die magnetischen
Pole nicht mit den geographischen Polen übereinstimmen, zeigen Kompasse eine örtlich verschiedene
Abweichung von der Nord-Süd-Richtung, die Missweisung (Deklination). Bei kleineren
Kompassen spielt die auf einer feinen Spitze
Leiðarsteinn, in Italien von der bussola („Büchse“),aguja („Nadel“).(Pinne) sitzende Nadel über der Kompassrose,
einer mit Markierungen für die Himmelsrichtungen und einer Skala für weitere Unterteilungen
des Vollkreises versehenen runden Scheibe. Bei größeren Kompassen sind meist mehrere
Magnetnadeln (stabförmige Dauermagnete) an der Unterseite der Kompassrose fixiert,
die sich, auf einer Pinne drehend, selbst in den magnetischen Meridian einstellt. Magnetnadeln
können aber auch lose in einer Flüssigkeit schwimmend angebracht sein.
Woher stammte der Kompass wirklich? Wurde er, wie häufig zu lesen ist, in China erfunden
und über die Araber, nach anderen älteren Theorien durch Marco Polo, nach Europa gebracht?
Beide Annahmen gelten heute mehr denn je als unwahrscheinlich. Vielmehr ist davon auszugehen,
dass es unabhängig in mehreren Gegenden der Erde zur Entwicklung einfacher Kompasse
gekommen sein dürfte und der Technologietransfer diese schon bestehenden Erfindungen
nur verfeinerte. Fest steht jedenfalls, dass schon im antiken Griechenland bekannt war,
dass sich Magnetnadeln in Nord-Süd-Richtung orientieren. Für China ist die Kenntnis des
Magnetismus und seiner Nutzbarkeit für die Nord-Süd-Orientierung schon seit zumindest
2000 Jahren anzunehmen, vielleicht aber sogar schon seit dem 3. Jahrtausend v. Chr.; der Bau
von Instrumenten ist allerdings erst für die Sung-Dynastie (ca. 960/1127-1279) gesichert.
Im abendländischen Mittelalter verwendeten aller Wahrscheinlichkeit nach schon die Wikinger
dieses Prinzip, um sich bei ihren Seefahrten zu orientieren. Im mediterranen Raum taucht
der Kompass im 12. Jahrhundert als Navigationsinstrument auf; die ersten gebrauchsfertigen
Instrumente datieren aus dem Ende des 12. Jahrhunderts und werden etwa beim englischen
Gelehrten Alexander Neckam in dessen Schrift „De utensilibus“ („Von nützlichen Geräten“,
1187) sowie beim nordfranzösischen Trouvère Guiot de Provins vorgestellt. Der Franzose
Petrus Peregrinus de Maricourt widmete 1269dem Kompass eine eigene, „Epistola de magnete“
(„Brief über den Magneten“) betitelte Schrift; er beschrieb darin sowohl schwimmende als
auch „trockene“ Magnetnadeln, wobei er für die Seefahrt letztere Variante empfahl (Abb. 1).
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Insgesamt setzte sich der Kompass in der Seefahrt erst langsam durch und wurde aufgrund
seiner Ungenauigkeit nur verwendet, wenn andere Navigationsinstrumente witterungsbedingt
ausfielen. Zudem wird im Bergrecht von Massa in der Toskana aus dem 13. Jahrhundert die
Verwendung des Kompasses erstmals auch im Rahmen des Bergbaus belegt. Im 15. Jahrhundert
gehörte der Kompass schließlich zu einem der wichtigsten Utensilien des Markscheidewesens,
etwa auch in den Silberbergwerken von Schwaz in Tirol.
Es stellt sich daher die Frage, warum die Araber allgemein so sehr mit der Entwicklung der
Seefahrt im Abendland in Verbindung gebracht werden. Vielleicht liegt dies in dem Umstand
begraben, dass ein weiteres, vielleicht noch wichtigeres Navigationsinstrument seinen Weg
ins Abendland über die Araber fand: das Astrolab. Es handelt sich dabei um ein Gerät zur
Messung der Sonnenhöhe und der Sternenposition. Es bestand aus einer runden büchsenförmigen,
mit einer Aufhängevorrichtung versehenen Einfassung, Mater („Mutter“) genannt,
verschiedenen darin befindlichen Einlagescheiben, einer darüber gelegten drehbaren Scheibe,
dem so genannten „Netz“, sowie einer Visiereinrichtung. Durch die Drehung des Netzes gegen
die Mater konnte für jede beliebige Stunde bzw. jeden beliebigen Tag die Stellung der
Gestirne gegen den Horizont ermittelt werden. Auf der Rückseite befand sich eine Kreisteilung
für Höhenmessungen. Das gezeigte arabische Beispiel geht wohl auf ein Exemplar vor
1000 zurück, wurde aber nach einer Inschrift auf der Hülle erst 1252 im spanischen Raum im
Zusammenhang mit den astronomischen Studien König Alfons X. von Kastilien angefertigt
(Abb. 2).
Das Astrolab war in seiner Grundform schon bei den Griechen bekannt und erhielt unter den
Arabern zahlreiche Verbesserungen, die ihren Abschluss im 11. Jahrhundert fanden. Seit dieser
Zeit drang es aus dem arabischen Raum auch nach Mitteleuropa vor und wurde noch im
15. Jahrhundert von zahlreichen führenden Astronomen, etwa Johannes von Gmunden, Georg
von Peuerbach und Johannes Müller von Königsberg, genannt Regiomontanus, verwendet
bzw. selbst angefertigt.
Der Strich-Compaß, des -es, plur. die -e, eine Art See-Compaß, welche jederzeit die Richtung des Kieles anzeigt; zum Unterschiede von dem Variations-Compasse, welcher den wirklichen Lauf des Schiffes zeigt.
Der Compáß-Strích, des -es, plur. die -e, einer von den 32 Windstrichen, die auf dem Compasse bemerket sind. Jeder Hauptstrich hält vier Compaßstriche, ein Halbstrich zwey, und ein Viertelstrich einen. S. Strich.
Literatur: Der Sonnenkomßaß nach S.Paffarge, J.Reimer, Berlin Deutsche Kolonialzeitung 1912, S.274:
Sonnenkompaß, ein Instrument zum genäherten Bestimmen des astronomischen Azimuts.
Eine rechtwinklige, gleichseitige Aluminiumplatte von 10cm Seitenlänge trägt eine 5Grad-teilung mit linksläufiger Bezifferung und eine kleine Dosenlibelle. An einer Seite der Platte gleichlaufend mit der 0Grad bis 180Grad Linie, die mit N und S bezeichnet ist, liegt ein Zielröhrchen, Beim Gebrauch wird im Mittelpunkte der Teilung eine Nadel rechtwinklig zur Platte eingeschraubt; sonst wird die Nadel im Röhrchen aufbewahrt. Wenn die Zeit bekannt ist, kann die Richtung des Sonnenschattens der Nadel nach der Teilung bestimmt werden. Erläterungen und Tafeln sind beigegeben. Paffarge empfihlt den Gebrauch des Sonnenkompassses für Routenaufnahmen, Fernpeilungen und zur Bestimmung der Zeit und der NMißweisung der Magnetnadel. Der Sonnenkompaß kann die Bussole ersetzen und auch dann gebraucht werden, wenn diese wegen magnietischer Störung versatt, natürlich nur bei hellem Sonnenschein.
Kompass
(ital. compassare ›abschreiten‹) – eine Orientierungshilfe, die bereits ca. 2.500 v. Chr. in China entwickelt wurde.
Die Deklination ist die (oft sehr große) Abweichung der magnetischen Nordrichtung (der Kompass-Anzeige) von der wahren Nordrichtung. Die in der Regel auf dem Kartenwerk angegebene Deklination lässt sich an Modellen mit Missweisungskorrektur einstellen.
Eine durchsichtige Dose ermöglicht, mit dem Kompass direkt auf der Karte zu arbeiten. Winkel von der Karte ins Gelände und umgekehrt sind unmittelbar übertragbar. Ein griffiger Dosenrand ermöglicht eine Bedienung mit klammen Fingern oder Handschuhen. Und je größer die Dose ist, desto genauer kann die Ausrichtung erfolgen (längere Skala, evtl. auch längere Nadel).
In einem flüssigkeitsgedämpften Kompass schwingt die Nadel auch dann ruhig, wenn der Kompass in der Hand liegt oder montiert ist.
Durch eine Beschichtung leuchten die wichtigsten Markierungen nach Licht-Einwirkung in der Dunkelheit nach (besonders im Winter hilfreich).
Eine transparente Skala auf der Grundplatte ermöglicht das Arbeiten mit dem Kompass auf der Karte. Dabei ist eine lange Anlegekante für das exakte Ausrichten notwendig. Manchmal lässt sich die Kante durch den aufgeklappten Spiegel verlängern. Mit mm-Angaben kann man jeden Maßstab errechnen und Entfernungen auf der Karte ermitteln. Mit Planzeiger erübrigt sich die Rechnerei oft.
Die Inklination ist die Neigung einer frei aufgehängten Magnetnadel zur Waagerechten (auf der Nordhalbkugel wird das Nordende, auf der Südhalbkugel das Südende einer magnetisierten Nadel nach unten gezogen). Durch die Verlagerung des Nadel-Schwerpunktes wird eine Inklination ausgeglichen. Viele der angebotenen Kompasse sind ausschließlich für die Nordhalbkugel nivelliert!
Durch die Kompensation kann ein Kompass im (magnet-beeinflussenden) Fahrzeug nivelliert werden.
Eine hochwertige, reibungsarme und präzise Lagerung der Kompassnadel erreicht man durch einen harten Halbedelstein-Splitter (z. B. Saphir).
Eine integrierte Lupe ist z. B. beim Lesen der Höhenlinien sehr hilfreich.
Die Prismenpeilung ist eine integrierte Optik. Ermöglicht das Ablesen der Gradzahl und ein präzises Anpeilen.
Auf der Skala hat sich das ° durchgesetzt; 6400 ‰ oder 400 gon werden nur noch beim Militär genutzt.
Mit einem Spiegel sieht man sowohl die eingespiegelte Magnetnadel als auch das anvisierte Ziel. Das ermöglicht ein zuverlässiges Ergebnis beim Peilen. Beim untenliegenden Spiegel sogar seitenrichtig.
Richtig, den "Einstellschlüssel für den Kreiselkompass" gibt es nicht.
Im Physikuntericht hast du wohl nicht alles zum Thema Kompass vermittelt bekommen. Entweder ihr seit in der Schule nicht näher darauf eingegangen oder du hast doch nichts behalten
Ein Kreiselkompass hat mit dem Magnetfeld der Erde genauso wenig zu tun, wie Vegetarier mit Roastbeef.
Ein Kreiselkompass ist im Grunde genommen nichts anderes als ein Drehkreisel, ähnlich dem Spielzeug. Der Unterschied Spielzeug zum Kompass liegt an der feinen Lagerung und der sehr hohen Umdrehung. Durch die hohe Umdrehungszahl entsteht eine hohes Trägheitsmoment. Der sehr schnell drehende Kompass ist bestrebt eine möglichst enstpannte "Stellung" einzunehmen.
Es gibt mehrere störende Einflüsse auf diese entspannte Stellung. Kleine Störungen enstehen durch den Seegang, darum ist der vordere Kreiselkompass an der ruhigsten Stelle im Schiff eingebaut. Die größte Störung für den Kreiselkompass ist die Rotation unserer Erde. Die Erdrotation beeinflusst den Kreisel derart, dass sich der Kreisel an der Rotationsachse der Erde ausrichtet.
Die beiden Kreiselkompanden konnten sich auf die Bogensekunde genau einschwingen.
Wenn ein Kreisel mal ausgefallen war brauchte er eine Einschwingzeit von ca. 2 Minuten für eine Genauigkeit von 1 Grad und ca. 8 Stunden für eine Genauigkeit der Bogensekunde.
Satellitenantennen auf Schiffen:
Das Satellitentelfon INMARSAT funktioniert nach den gleichen physikalischen Gesetzen. Hier sind es allerdings zwei gegeneinander rotierende Kreisel mit 20.000 U/min. Diese Kreisel sind aufrund ihrer entgegengetzter Drehrichtung so "Lagestabil" das sie sich auch nicht von der Erdrotation beeinflussen lassen. Das liegt daran, dass sich ein Kreisel nach links und ein Kreisel nach rechts zur Erdrotation ausrichten will - ergo heben sich hier beide Bestrebungen auf. Wie sehr das Schiff auch stampft oder rollt, die zwischen der Kreiseln gelagerte Antenne zeigt stur zum Satelliten.
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weitere Lockbücher:
Bootsmannspfeifen
Buddelschiffe
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